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Dienstag, Dezember 12, 2006

Keiner soll verloren gehen


Der Hirte sucht das verlorene Schaf. Auch Gott will nicht, dass "einer von diesen Kleinen" verloren geht.

Jesus spricht wieder einmal in einem Gleichnis - und macht es uns damit so einfach, ihn zu verstehen.

Heute sagt er mir: Gott nimmt sich meiner an. Egal, wie gering ich selbst mich achte, egal wie relativ ein einzelnes Menschenleben im Vergleich zur Masse der Menschen gesehen wird, ich stehe in der Mitte seiner Zuwendung. Für Gott ist nichts unmöglich und mich hat er in seine Hand geschrieben.
Und gerade, wenn ich mich verirre, dann sucht er mich. Ein Fehltritt führt nicht dazu, dass er den Gedanken an mich verwirft, im Gegenteil. Wenn ich fern bin von Gott, dann ruft er mich, sucht er mich, rettet mich und holt mich zurück.

Mir fällt das Gleichnis des verlorenen Sohnes ein, der wieder heim findet zum Vater. Die Vorgeschichte spielt keine Rolle für Gott, wenn der, den er zur Umkehr führt, sich darauf einlässt. Und das Wohlwollen Gottes ist unendlich. Wenn ich schon meinen Kindern mit einem Lächeln begegnen kann, wenn sie auch Unsinn treiben, wenn ich schon fest davon überzeugt bin, dass sie niemals meine Liebe zu ihnen verwirken können, wie viel sicherer und zuverlässiger ist dann erst die Liebe Gottes, der mich erschaffen hat?

Das Evangelium heute sagt: "Gott will nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht". Er meint damit auch mich und ich weiß, was Gott will, das bewirkt er - wenn ich es nur zu lasse.

Freitag, November 24, 2006

Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein.

(Freitag, 24. November 2006 - Lk 19, 45-48)

Jesus geht in den Tempel und vertreibt die Geschäftemacher, die sich dort breit gemacht haben.

Der Tempel ist eine Gottesstätte. Hier soll der Draht zwischen Gott und den Menschen besonders kurz sein und die Begegnung mit ihm gelingen. Aber da sind all die Händler, Geschäftemacher und Marktschreier, die dir jede Innerlichkeit rauben. Selbst an diesem heiligen Ort stellen sie sich noch in den Weg und versuchen, die Menschen abzulenken.

Jesus stellt das wieder richtig. Er setzt den Tempel wieder als das ein, was er ist. Ein Haus des Gebetes.

Die Botschaft, die mich heute von dieser Stelle des Evangeliums erreicht, lautet: Du bist ein Tempel für den Herrn. Halte ihn würdig und mache ihn zu einem Ort der Begegnung mit Gott.

Die Händler aus dem Tempel von Jerusalem sind auch in mir. Sie schreien mir ins Ohr und wollen mich zu diesem und jenem bewegen. Sie sind da, weil ich ihnen Zutritt gewährt habe - in Momenten der Schwäche und der Achtlosigkeit.

Es gibt aber Momente der Stille, in denen ich erahne, wie gut ein Leben ohne diese lauten Verführer wäre. Dann nehme ich mir vor, wieder einmal aufzuräumen oder noch besser: Jesus aufräumen zu lassen. Dann ist es Zeit für Umkehr und Neubeginn. Einen Neubeginn, den ich immer wieder in meinem Glauben setzen muss - und der wohl immer zuerst mit der Vertreibung der Marktschreier aus meinem inneren Tempel beginnen muss.